Bondage oder sowas in der Art…

aka Klettergurt :-D

Bisher konnte ich immer vorhandenes Equipment benutzen, was jetzt leider nicht mehr möglich ist.
Daher musste jetzt mein eigener Klettergurt her. Bisher habe ich einen Komplettgurt genutzt (der vermutlich für Kinder gedacht war, mir aber perfekt passte und vom Gewicht her wohl auch gerade noch ok war).

Es gibt verschiedene Arten Klettergurte. Der wohl bekannteste ist der Sitzgurt (oder Hüftgurt), so wie man das z.B. vom Bouldern (dem richtigen Klettern) kennt. Dieser Gurt ist prädestiniert für längeres Hängen, da die Beinschlaufen meist gepolstert sind und der ganze Druck beim Sturz von Hüfte und den Oberschenkeln abgefangen wird. Problematisch wird es bei dieser Gurtart evtl., wenn man mit schwerem Rucksack klettert. Denn dann kann es beim Sturz passieren, dass man in Rücklage kommt und dann im schlimmsten Fall kopfüber dort “rumhängt”. Daher sollte man für solche Unternehmungen salcivettaii den Hüftgurt mit einem Brustgurt kombinieren, das ist sozusagen ein Brustgeschirr, was mit dem Hüftgurt verbunden wird. Man hat halt nur den Vorteil, dass man den Brustgurt nur bei Bedarf anlegen kann.

Eine andere Art ist der Komplettgurt. Der wird überwiegend für Klettersteige verwendet, kann aber auch für andere Kletteraktivitäten genutzt werden. Der Unterschied ist, dass man die ganze Zeit eine Kombination aus Hüft- und Brustgurt trägt und somit ggf. etwas unbeweglicher ist. Außerdem sind die Beinschlaufen der Hüftgurte meist nicht gepolstert und es gibt nicht ganz so viel Auswahl (oder extra Damenmodelle). Der Vorteil eines Komplettgurts (oder auch Nachteil, je nachdem) ist, dass der Anseilpunkt zwischen Brust und Bauch liegt und somit viel höher als beim Hüftgurt, wo das Seil auf Hüfthöhe hängt. Dadurch hängt man im Falle eines Sturzes beim Brustgurt aufrecht und kann nicht hinten über kippen, wenn man einen schweren Rucksack trägt. Andererseits wird die Wucht des Sturzes auch nicht nur auf Hüfte und Oberschenkel verteilt, sondern auch auf den restlichen Körper.

Ich fühle mich jedenfalls mit einem Komplettgurt sicherer und unbequem ist er auch nicht. Bin damit ja schon Touren von 6-8 Stunden gegangen und hatte keine Probleme.

Was ich mir in diesem Zusammenhang auch besorgen musste war ein Klettersteigset, sprich die Verbindung zwischen Klettergurt und Klettersteigsicherung (Stahlseil). edelrid-klsts

Ich habe mich für ein Modell von Edelrid entschieden (Cable Lite). Mein bisheriges Klettersteigset war “selfmade” und bestand aus jeweils einem Stück Kletterseil und Karabiner. Sowas ist heutzutage aber nicht mehr gängig und daher habe ich jetzt eins mit Bandfalldämpfer, das heißt, bei einem Sturz reissen die beiden Bänder ein Stück auseinander und dämpfen so den Sturz. Nachteil ist, dass man nach einem Sturz, bei dem die Bandsicherung ausgelöst hat, das Klettersteigset austauschen muss. Das kann also ganz schön ins Geld gehen. Andererseits geht Sicherheit ja vor!!

Die Karabiner sind auch anders als meine bisherigen. Bisher musste ich immer die Sicherung am Karabiner herunterschieben und dann eben ganz normal öffnen, um es an das Seil anzuhängen. Mit ein bisschen Übung ging das auch edelrid-karab1 ganz gut mit einer Hand. Mittlerweile sind die Karabiner bei vielen Marken schon anders gesichert, sodass man den Karabiner wirklich ohne Probleme mit einer Hand bedienen kann, indem man mit der Handinnenseite die Sicherung entsichert (hier links) und dann mit den Fingern den Karabiner öffnet (hier grün). Easy :-)

Tja. Einen Steinschlaghelm und Wanderschuhe hatte ich ja vorher schon und auch einen guten Rucksack. Jetzt habe ich zwar alles an Equipment, kenne bisher aber nur 1-2 Personen, mit denen man solche Unternehmungen machen könnte und das ja auch nicht “mal eben so”, weil es hier oben in Norddeutschland kaum bis keine Klettersteige gibt. Hach, manchmal wünschte ich, ich würde weiter südlich leben ;-)

1.334 Leser Sport & Hobby

Bine

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2 Antworten to “Bondage oder sowas in der Art…”

  1. Ich habe von jemanden Sportklettern kennengelernt, dafür einen Gurt von ihm bekommen, Kletterschuhe geschenkt bekommen und einen Chalkbeutel geschenkt bekommen. Jetzt kann ich die Sachen zur Zierde an die Wand hängen, da ich außer ihn niemanden kenne, mit dem oder der ich mit meinen geringen Fähigkeiten klettern fahren würde. Und auch das ist ja nicht mal eben so in der Nachbarstraße möglich und Kletterhalle kenne ich gar nicht und mag da alleine auch nicht hingehen. Du mußt jetzt mit den 2 Personen, die Du kennst, Deinen Urlaub planen! Immerhin sind es ja zwei. Manchmal ist es echt blöde, wenn man bei bestimmten Dingen von bestimmten Personen abhängig ist.

    Lieben Gruß
    Biene

    • Das ist ja schade, dass du die Ausrüstung nicht mehr benutzen kannst. :-(
      Ich hätte vielleicht dazuschreiben sollen, dass eine der zwei Personen eine leidenschaftliche Boulderin (schreibt man das so?) ist, die mich auch schonmal mitnehmen wollte. Bouldern ist aber glaube ich nichts für mich, da ich mir das in freier Natur nicht zutrauen würde und nur in der Halle klettern auf Dauer sicherlich langweilig fände. Außerdem sind meine Oberarme dazu wohl zu schwach ;-)
      Bei der zweiten Person muss ich mal gucken. Drüber gesprochen, mal zusammen Urlaub zu machen, hatten wir schonmal. Wir kennen uns noch nicht lange, daher will ich nicht mit der Tür ins Haus fallen ;-) Aber irgendwann klappt das hoffentlich! :-)

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